Die Piña Colada ist seit 1978 ganz offiziell das Nationalgetränk von Puerto Rico. Und ich finde, das hat sie sich auch redlich verdient. Weißer Rum, Ananassaft und Cream of Coconut, cremig gemixt mit Crushed Ice. Mehr braucht dieser Karibik-Klassiker nicht, würde ich sagen.
An einem sonnigen Wochenende trinke ich die Piña Colada am liebsten bei mir zu Hause im Garten. So kommt auch direkt Urlaubsfeeling auf.
Wer die Piña Colada wirklich erfunden hat, ist allerdings bis heute umstritten. Deswegen nehme ich euch vor dem Mixen noch ganz kurz mit nach San Juan.
Woher kommt die Piña Colada?
Ich fange mal mit dem Namen an. Piña Colada heißt auf Spanisch so viel wie „passierte Ananas“. Gemeint ist der frisch gepresste und durchgesiebte Ananassaft, der eigentlich in den Drink gehört.
Den Namen gab es übrigens schon lange vor dem Cocktail, wie wir ihn heute kennen. Bereits 1922 schwärmte ein amerikanisches Reisemagazin von einer kubanischen Piña Colada. Die bestand allerdings ganz einfach aus Ananassaft, Limette, Zucker und Rum. Von Kokos keine Spur.
Und dann gibt es da noch die Piratenlegende. Der puerto-ricanische Pirat Roberto Cofresí soll seiner Crew schon im 19. Jahrhundert einen Drink aus Rum, Ananas und Kokos gegeben haben. Schön erzählt, finde ich. Aber leider nicht belegt.
Die eigentliche Geburtsstunde hängt übrigens an einer ganz bestimmten Zutat. Denn ohne Cream of Coconut gäbe es die Piña Colada nicht. Entwickelt hat sie Ramón López Irizarry in Puerto Rico, und unter dem Namen Coco López ist sie bis heute der Klassiker für diesen Drink.
Jetzt wird es richtig spannend. Gleich drei Barkeeper behaupten nämlich, die Piña Colada erfunden zu haben. Die offiziell anerkannte Version kommt aus dem Caribe Hilton in San Juan. Dort soll Ramón „Monchito“ Marrero den Drink 1954 nach drei Monaten Tüftelei erfunden und danach 35 Jahre lang gemixt haben. Sein Kollege Ricardo García erzählt dagegen, er habe den Drink wegen eines Streiks der Kokosnuss-Schneider in eine ausgehöhlte Ananas gefüllt und so die Kombination gefunden. Und im Restaurant Barrachina in der Altstadt hängt bis heute eine Tafel, nach der Ramón Portas Mingot die Piña Colada 1963 erfunden hat.
Ganz ehrlich, ich würde mich da nicht auf eine Bar festlegen. Sicher belegen lässt sich der Drink nämlich erst ab Mitte der 1960er. Ab 1968 wurde er dann aber richtig zum Hit, 1978 zum Nationalgetränk, und 1979 landete Rupert Holmes mit „Escape (The Piña Colada Song)“ sogar einen Nummer-eins-Hit in den USA.
Was brauchen wir für unsere Piña Colada?
Der Name verrät es ja schon fast. Genauer gesagt brauchen wir weißen Rum, Ananassaft und Cream of Coconut. Dazu kommen noch ein wenig Sahne, ein paar Tropfen Zitronensaft und natürlich Crushed Ice. Das war’s dann aber auch schon. Ich würde sagen, einfacher geht ein Cocktail-Klassiker kaum.
Beim Kokos gibt es allerdings eine kleine Falle, auf die ich euch unbedingt hinweisen möchte. Denn Cream of Coconut ist nicht das Gleiche wie Kokoscreme oder Kokosmilch. Cream of Coconut ist gesüßt und ziemlich dickflüssig, fast wie gezuckerte Kondensmilch. Kokoscreme ist dagegen ungesüßt, und mit Kokosmilch wird die Piña Colada viel zu dünn. Achte beim Einkaufen also einfach auf „Cream of Coconut“, zum Beispiel von Coco López.
Beim Rum würde ich zu einem weißen Rum greifen. Ganz klassisch wäre natürlich einer aus Puerto Rico. Der ist schön mild und lässt Ananas und Kokos einfach den Vortritt. Am liebsten nehme ich aber den Plantation 3 Stars, der inzwischen Planteray 3 Stars heißt.
Geschmacklich ist die Piña Colada für mich cremig, süß und fruchtig, mit viel Kokos und einer frischen Ananasnote. Die paar Tropfen Zitrone sorgen dafür, dass das Ganze nicht zu süß wird. Die würde ich deshalb auch auf keinen Fall weglassen.
Am besten gelingt sie natürlich im Standmixer. Denn nur so wird sie richtig schön cremig. Mit einem Shaker geht es zwar auch, dann wird sie aber eher flüssig als frozen.
Aber genug erzählt von mir. Ich bin mir sicher, dass die meisten von euch jetzt eh nur noch das Rezept wollen. Also lasst uns loslegen!
Piña Colada

Kochutensilien
- Mixer
- Strohhalm
Zutaten
- 6 cl weißer Rum
- 10 cl Ananassaft
- 4 cl Cream of Coconut
- 2 cl Schlagsahne
- 2 Spritzer Zitronensaft
- crushed ice
- 1 Ananasscheibe (zum Garnieren)
- 1 Cocktailkirsche (zum Garnieren)
Zubereitung
- Glas vorher kurz ins Gefrierfach stellen.
- Rum, Ananassaft, Cream of Coconut, Sahne und Zitronensaft in den Mixer geben.
- Crushed Ice dazugeben.
- Alles 15-20 Sekunden cremig mixen.
- Die Piña Colada ins gekühlte Glas füllen.
- Mit Ananasstück und Cocktailkirsche garnieren.
- Mit Strohhalm servieren. Prost!
Notizen
Nährwerte
Mein Tipp zum Piña-Colada-Rezept
Mein wichtigster Tipp: Nimm lieber nicht zu viel Eis. Denn sonst wird die Konsistenz deines Piña Colada wässrig und verliert ihre Cremigkeit. Ich würde lieber mit wenig Eis anfangen und bei Bedarf nachlegen. Und wenn du frische oder gefrorene Ananas da hast, kannst du auch ein paar Stücke statt Saft mit in den Mixer geben. Die frischen Früchte lassen den Piña Colada besonders frisch schmecken.
Man kann dem Ganzen ruhig etwas Zeit geben. Lässt man den Blender zu kurz arbeiten, können noch Stückchen im Getränk bleiben. Ich mag es am liebsten richtig smooth!
Du möchtest die Piña Colada fertig zum Servieren bereitstellen? Für kurze Zeit reicht es, die Gläser in den Kühlschrank bzw. das Gefrierfach zu stellen. Besser ist es jedoch, die Zutaten nur im Blender vorzubereiten und dann mit frischem Eis zu mixen, sobald die Drinks an der Reihe sind.
Servieren kannst du deine Piña Colada am besten in einem Hurricaneglas mit etwas Dekoration (wie im Rezept genannt) oder auch einem Schirmchen, das dir direkt das Gefühl von Sonne, Pool und Urlaub bringt.
Varianten der Piña Colada
Wer es etwas kräftiger mag, nimmt statt weißem einfach braunen Rum. Dann schmeckt das Ganze auch gleich ein wenig mehr nach Karamell und Vanille. Hast du gerade keine Cream of Coconut da, geht zur Not auch Kokoslikör. Der ist allerdings dünner, deswegen würde ich dann ein wenig mehr Sahne nehmen.
Wem der Ananassaft nicht ausreichend Süße liefert, kann auch etwa 2 cl Zuckersirup hinzufügen. Das ist besonders bei einigen abgepackten Säften oder nicht ausreichend reifen Ananas der Fall. Probiere einfach zwischendurch und füge sonst beim Mixen etwas Süße hinzu.
Für alle, die heute aussetzen wollen, gibt es natürlich auch die Virgin Colada ganz ohne Alkohol. Wer es fruchtiger mag, probiert mal unsere Strawberry Colada. Und ein echter Hingucker ist meiner Meinung nach der Lava Flow, bei dem Erdbeer-Daiquiri und Piña Colada übereinander ins Glas geschichtet werden.
Häufige Fragen zur Piña Colada
Wer hat die Piña Colada erfunden?
Offiziell gilt Ramón „Monchito“ Marrero vom Caribe Hilton in San Juan als Erfinder, und zwar im Jahr 1954. Ganz sicher ist das aber nicht, wenn ihr mich fragt. Denn auch sein Kollege Ricardo García und Ramón Portas Mingot vom Restaurant Barrachina beanspruchen die Erfindung für sich.
Kann ich statt Cream of Coconut auch Kokosmilch nehmen?
Ehrlich gesagt würde ich davon abraten. Kokosmilch ist ungesüßt und viel dünner. Wenn es gar nicht anders geht, würde ich lieber ungesüßte Kokosnusscreme (auch Coconut Cream genannt) nehmen und ein wenig Zuckersirup dazugeben.
Kann man eine Piña Colada ohne Mixer machen?
Ja, das geht auch. Dann einfach alle Zutaten mit Crushed Ice kräftig schütteln. Die Piña Colada wird so allerdings etwas flüssiger und nicht ganz so cremig. Wenn ein Mixer da ist, würde ich deshalb immer zum Mixer greifen.
Gibt es ein alkoholfreies Piña Colada Rezept?
Natürlich gibt es von dem beliebten Cocktail auch eine alkoholfreie Variante. Diese findest du bei uns unter Virgin Colada. Häufig wird es auch Baby-Colada genannt, da es eine kinderfreundliche Variante des Drinks ist.
Welche Rumsorten eignen sich für einen Piña Colada?
Am besten eignet sich ein weißer Rum, der die Frucht- und Kokosnote nicht überdeckt. Beliebt sind da Planteray 3 Stars, Havana Club Añejo 3 Años und Ron Barceló Blanco.
Was ist ein Colada?
Zu den Coladas zählen cremige, tropische Cocktails, die auf Kokosnusscreme basieren. Häufig beinhalten sie zudem Rum. Der berühmteste ist die Piña Colada, aber es gibt noch zahlreiche andere Coladas wie die Strawberry Colada.
Deine Meinung zum Rezept
Das war’s auch schon zur Piña Colada. Jetzt bist du an der Reihe! Probier das Ganze doch einfach mal aus und lass mir gerne einen Kommentar hier. Denn ohne Feedback können wir natürlich auch nicht besser werden. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie euch die Piña Colada schmeckt.
Mehr karibische Drinks
Wenn du gerne Kokos magst, empfehle ich dir auch mal unsere Batida de Coco. Die kommt allerdings aus Brasilien und wird mit Cachaça gemixt.

