Whiskey sour cocktail – der ferrari unter den cocktails

Whiskey Sour Cocktail – Der Ferrari unter den Cocktails

Gin Tonic und Bier waren gestern, denn hier kommt der König unter den Drinks: Der Whiskey Sour. Wir verraten Dir, wie Du diesen legendären Cocktail richtig zubereitest und Deine nächste Cocktailparty zu einem unvergesslichen Abend für Dich und Deine Freunde werden lässt.

Woher kommt der Whiskey Sour?

Die Anfänge der Geschichte des Whiskey Sour gehen bis ins Jahr 1862 zurück. Als Erfinder des Whiskey Sour gilt unter vielen Experten der Amerikaner Jerry Thomas. Er war der harten Arbeit – dem Goldschürfen während des kalifornischen Goldrauschs – überdrüssig und beschloss, seinen Lebensunterhalt fortan hinter der Bar zu verdienen.

Im selben Jahr brachte er übrigens sein erstes Buch heraus: „How to Mix Drinks“ – Ein Werk, gefüllt mit Cocktailrezepten, die für die damalige Zeit recht neu und modern waren.

Unter diesen Rezepten findet sich auch die erste Erwähnung des Whiskey Sour, nur dass dieser damals noch ein Brandy Sour war und demnach als Hauptzutat Brandy statt Whiskey enthielt.

Der Ursprung des Whiskey Sour

Die Grundlage für den anfänglichen Brandy Sour war lediglich der ähnliche Drink Brandy Fix, wobei man für den Brandy Sour die Früchte durch einen Zitronenschnitz ersetzte. Die minimalistische Optik des Drinks war geboren. Zubereitet und serviert wurde er ganz schlicht in einem Whiskeyglas auf Eis.

Diesen Drink entwickelte Thomas zu einem Whiskey Cocktail weiter. Er mischte Gomme Sirup, Boker’s Bitters, Whiskey sowie Zitrone auf Eis und servierte es wiederum straight up, also ohne Eis, in einem Cocktailglas.

Gomme Sirup leitet sich im Übrigen von dem Wort Gummi ab und beschreibt ein Sirup, welches auch heute noch zum Süßen von Cocktails verwendet wird. Außerdem verleiht es dem Drink, wie der Name vielleicht erahnen lässt, eine gewisse Textur. Boker’s Bitters findet sich in nahezu jedem Cocktailrezept in Jerry Thomas Buch.

Hierbei handelt es sich um eine spezielle Marke, die Bitterstoffe vertreibt. All’ diese Zutaten bilden den Kern des heute bekannten Whiskey Sour: Eine Spirituose mit hohem Alkoholgehalt, Zitrone für die namensgebende, saure Komponente, Bitterstoffe für die markante Würze und Eis.

Da sich Amerika zur Zeit der Erfindung des Whiskey Sour mitten im Sezessionskrieg befand, lungerten in den Bars schwer bewaffnete, einfache Männer herum, denen vor allem eines beim Trinken wichtig war: Das Zeug muss sich möglichst schnell herunterspülen lassen. Der Whiskey Sour ohne viel Schnickschnack kam da gerade richtig.

Whiskey sour drink

Der erste Durchbruch des Sour Cocktails

Seinen echten Durchbruch feierte der Whiskey Sour jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts. Hier wird er nämlich in den verschiedensten Variationen kredenzt und so in immer abenteuerlichere Varianten abgewandelt. Die einen servieren den Whiskey Sour mit einer halben Zitrone, wahlweise auch Limette, und einem selbstgemachten Schuss Sirup aus Sodawasser und Zucker.

Weitere Variationen werden entwickelt

Die anderen verwenden, neben der halben Zitrone, gleich einen ganzen Teelöffel puren Zucker sowie Rye Whiskey und lassen das Ganze als Whiskey Punch über den Tresen gehen. Eine Variante kommt sogar ganz ohne Zucker aus und serviert den Whiskey Sour mit einer in Rye Whiskey und ohne Eis geschüttelten, halben Zitrone.

Dieses Gebräu wird mit Sodawasser aufgefüllt und ebenfalls ohne Eis serviert. Darüber hinaus existieren frühere Variationen, in denen lediglich der Saft einer ganzen Zitrone verwendet und mit Zucker sowie einem Sherryglas voll Whiskey gemixt wird.

Auch hier wird jedoch noch mit Sodawasser aufgegossen. Das änderte sich, als in einer Variante von 1917 das Sodawasser gänzlich weggelassen wurde. Stattdessen wurde der Saft einer halben Zitrone mit einem Teelöffel Puderzucker und Rye oder Bourbon Whiskey gemischt und als Drink serviert. Nur auf Wunsch wurde noch Sodawasser verwendet.

Dieses wird heute häufig durch Mineralwasser ersetzt, wobei Soda- und Mineralwasser nicht verwechselt werden sollten. Es sind zwei unterschiedliche Getränke. Während Mineralwasser als selbiges bezeichnet wird, weil es von Natur aus Mineralien enthält, wird Sodawasser als normales Leitungs- oder Grundwasser erst nachträglich mit Mineralien, häufig Kohlensäure, angereichert.

Die Geschichte des Whiskey Sour

Was in der Geschichte des Whiskey Sour also auffällt: Er wurde entweder mit Rye oder mit Bourbon Whiskey zubereitet. Auch Sodawasser spielte lange Zeit eine große Rolle auf der Zutatenliste.

Was sich jedoch stetig weiterentwickelt hat, und dem Drink letztendlich auch seinen Namen gab, war der Anteil an Zitronensaft. In einer Variante aus 1937 besteht bereits ein Viertel des Cocktails aus Zitronensaft. Auch der Zuckeranteil musste über die Jahre erst noch perfektioniert werden. Lange Zeit glich der Whiskey Sour daher eher einer leicht alkoholischen Limonade als einem ordentlichen Drink.

Heute geht man zurück zum Ursprung und setzt Zucker eher sparsam ein. Zurück bleibt das geschmacklich einmalige Zusammenspiel aus kräftigem Whiskey und einer angenehm säuerlichen Note.

Welche Whiskeysorten sollten für die Zubereitung des Whiskey Sour verwendet werden?

Eines vorweg: Um einen guten Drink zu mixen, solltest Du niemals an den Zutaten sparen. Wer auf preisgünstigen Whiskey aus dem Discounter setzt, wird enttäuscht werden. Der Geschmack eines gelungenen Cocktails ist immer von der Wahl der einzelnen Zutaten abhängig. Idealerweise schaust Du Dich bei den mittelpreisigen Whiskeysorten um.

Hier darf der Whiskey schon mal bis zu 30 Euro kosten. Ein guter Bourbon oder Rye Whiskey ist die beste Voraussetzung, um Deinen Whiskey Sour in eine Geschmacksexplosion zu verwandeln. Wer beispielsweise einen weniger starken Drink bevorzugt, sollte auf den Alkoholgehalt achten.

Denk dran: Weniger ist mehr! Wenn Du noch keine Erfahrung im Mixen des Whiskey Sour hast, solltest Du auf einen Whiskey mit niedrigerem Alkoholgehalt setzen. Nachschenken geht schließlich immer.

Auch spielt es eine Rolle, ob Du eher eine würzige oder süßlichere Note bevorzugst. Auch hier solltest Du die Flasche genau unter die Lupe nehmen, bevor Du sie kaufst. Welche Note der Whiskey hervorbringt, steht meist auf dem Etikett geschrieben.

Grundsätzlich empfiehlt sich ein guter Bourbon Whiskey mit einer süßlichen Note. Er verleiht dem Drink eine gewisse Grundsüße und passt durch das zurückhaltende Aroma ideal in das Zusammenspiel mit den übrigen Zutaten hinein.

Whiskey Sour

Whiskeysour-mit-schaumkrone aus eiweiß
4.7 von 30 Bewertungen
Als klassischer Cocktail zählt der Whiskey Sour zu den gleichnamigen Sour-Cocktails. Ein optimales Zusammenspiel aus Whiskey, Zitronensaft, Zucker und wahlweise Eiweiß macht diesen Drink zu einem perfekten Mix aus kräftigem Whiskeyaroma, Süße und Säure.
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Vorbereitungszeit: 1 minute
Zubereitungszeit: 1 minute
Gesamtzeit: 2 Minuten
Kategorie: Sours
Herkunft: Amerikanisch
Schlagwörter: Eiweiß, Whiskey, Zitronensaft, Zuckersirup
Portionen: 1 Cocktail
Kalorien: 52kcal
Autor: Leon Zeschke

Equipment

  • Whiskygläser
  • Orangenschnitze oder Cocktailkirschen zum Garnieren

Zutaten

  • 4,5 cl Bourbon Whiskey mild, süßliche Note, ca. 40 % Alkoholgehalt
  • 3 cl frischer Zitronensaft
  • 1,5 cl Zuckersirup
  • wahlweise Rohes Eiweiß
  • Eiswürfel

Zubereitung

  • Alle Zutaten, bis auf das Eiweiß und die Eiswürfel, in den Shaker.
  • Das Ganze etwa 10 bis 12 Sekunden gut durchschütteln. Achte darauf, dass der Shaker währenddessen fest verschlossen ist.
  • Dann gibst du die Eiswürfel zu der bestehenden Mischung und schüttelst das Ganze noch einmal ca. 12 Sekunden durch.
  • Öffne den Shaker und leg das Sieb, den sogenannten Strainer, verkehrt herum auf die Öffnung des Shakers. So entsteht beim Ausgießen in das Whiskeyglas eine tolle Schaumkrone.
  • Das Eiweiß wird wahlweise erst nach dem Mixen dem Drink hinzugefügt.
  • Das Ganze kannst du nun noch belieben verzieren. Wie zum Beispiel mit einer Zitronenscheibe und Einswürfeln.
  • Zum Wohl!

Nährwerte

Kalorien: 52kcal | Kohlenhydrate: 11g | Protein: 1g | Fett: 1g | Zucker: 11g | Eisen: 1mg
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Häufig gestellte Fragen

Abschließend beantworten wir noch ein paar häufig gestellte Fragen zum Mischen des legendären Cocktails.

Welchen Whiskey verwende ich für diesen Cocktail?

Wie bereits oben erwähnt, sollte man hier vorrangig die persönlichen Vorlieben als Richtwert nehmen: Soll der Drink stärker oder lieber etwas milder sein? Grundsätzlich wird ein milder, mittelpreisiger Bourbon Whiskey mit süßlicher Note und ca. 40 % Alkoholgehalt empfohlen. Er schmeckt nicht zu streng und ist ideal für Whiskey Neulinge geeignet.

Kalter-whiskey-mit-eis-und zitronen

Warum servieren einige den Cocktail mit Eiweiß?

Das ist absolute Geschmackssache. Viele geben flüssiges Eiweiß hinzu, um die Textur des Drinks etwas dickflüssiger und gehaltvoller zu machen. Nicht jeder findet das appetitlich. Veganer können hier zum Beispiel auf Gomme Sirup zurückgreifen, welches einen ähnlichen Effekt hat und zusätzlich für die Süße im Cocktail sorgt.

Was kann man generell mit Whiskey mischen?

Hier gibt es viele Zutaten, die gut mit Whiskey harmonieren. Viele verwenden beispielsweise schlicht Sodawasser oder Cola. Auch Fruchtsäfte, wie Orangensaft, harmonieren gut mit Whiskey. Hier wird das fruchtige Aroma im Whiskey durch die Zitrusnote im Saft hervorgehoben. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt.

Was versteht man unter einem Whiskey Netz?

Dies ist eher auf chemische Reaktionen zurückzuführen. Vermischt man Whiskey mit Wasser, entstehen dabei Tröpfchen, sogenannte Mizellen. Diese besitzen ein wasserabweisendes Inneres und schwimmen so als kleine, tropfenartige Gebilde mit netzähnlicher Oberfläche auf dem Whiskey-Wasser-Gemisch.

Anhand dieser Tröpfchen erkennt man die Qualität des Whiskeys: Je höher also der Wassergehalt im Whiskey, desto mehr Mizellen bilden sich. Dadurch merkt man schnell, ob man hier wirklich einen originalen, amerikanischen Tropfen in der Hand hält oder eine gepanschte Version erwischt hat.

Über Leon Zeschke | Avatar of leon zeschkeLeon ist Foodblogger, Ernährungsberater und leidenschaftlicher Cocktail Nerd. Er liebt es neue Cocktail auszuprobieren und seine Werke zu Teilen. Darüber hinaus ist Jonas einer der Gründer und Teil des Editorial Team von Alkipedia.com
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